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13. Dezember
1996 bis 9. Februar 1997 Studio Azzurro Tavoli / Why these hands are touching me In einem angedunkelten Raum stehen sechs leicht geneigte Tische, auf denen jeweils eine Videoprojektion zu sehen ist; imaginäre Bilder, die in einem schlichten Raum existieren: eine schlafende Frau, eine brennende Kerze, eine mit Wasser gefüllte Schale, ein gedeckter Tisch etc. Personen, Objekte, Situationen, die präsent sind, ohne materiell greifbar zu sein, jedoch berührt werden sollen. Erst durch Berührung der Besucher beginnen sie zu leben: die Frau erwacht, die Kerze fällt um und entzündet die Tischoberfläche, die Wasserschale läuft über, das Tischtuch wird heruntergerissen. Dan fallen die Bildsequenzen wieder in ihren schwerelosen Fluß zurück. Berührung und die daraus resultierenden Konsequenzen sind das zentrale Thema dieser Arbeit. Der Tastsinn ist der einzige der Sinne, der nicht nur Spuren hinterläßt, sondern sie auch selbst erfährt, erleidet. Er überträgt intensive sensitive Informationen, hinterläßt bleibende Eindrücke, greift ein und verändert - im wahrsten Sinne des Wortes. Jede Berührung ist zugleich ein Wagnis: Hände müssen ausgestreckt werden, greifen und begreifen, und der gesamte Körper muß dem Objekt nahe sein - ohne sich vorher über die Konsequenzen rückversichern zu können. Aus diesem Spannungsfeld gestaltet sich der WErlebnisraum der Arbeit "Tavoli". Berührung schafft unweigerlich Beziehung - selbst dann, wenn sie im imaginären Raum stattfindet. Biographie Studio Azzurro wurde 1982 als künstlerische Video-Produktionswerkstatt gegründet. Die Künstlergruppe besteht aus Fabio Cirifino (Fotografie), Paolo Rosa (Bildende Kunst) und Leonardo Sanglorgi (Grafik und Animation). Seit seiner Gründung befaßte sich Studio Azzurro mit raumbezogenen Video-Installationen und errrang bereits 1984 große internationale Aufmerksamkeit mit der Arbeit "Der Schwimmer", die im Palazzo Fortuny in Venedig und 1989 auf der Kölner Ausstellung "Videoskulptur - Retrospektiv und aktuell" gezeigt wurde. Mitte der 80er Jahre wurden erste Erfahrungen mit dem Neuen Theater, später auch mit dem Musik-Theater gemacht. Studio Azzurro ist es dabei beispielhaft gelungen, die elektronischen Medien und die darstellenden Künste miteinander zu verbinden. Darüber hinaus realisierte die Gruppe sowohl in Italien als auch im Ausland verschiedene Video- und Fernsehprogramme. email: Axel Wirths, Kurator des Medienkunstraumes |
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