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Knifflig, aber zu lösen!

Aufgabe 1:

Wer bin ich, und wer hat mich geschaffen?

Lösung:

Ich bin etwas ganz Abstraktes, gleichzeitig etwas sehr Konkretes, ich bin ein Pinguin.
Pinguin, 1992, Holz bemalt 40 x 15 x 7,6 cm. In der Ausstellung "Arktis - Antarktis" halte ich mich in der Abteilung "Die innere Sicht" auf. Ich verdanke meine Existenz dem deutschen Künstler Imi Knoebel, geboren 1940 in Dessau.

Imi Knoebel ist ein Schüler von Josef Beuys, er traute sich anfangs nicht, seinem Lehrer Beuys Arbeitsproben zu zeigen. Wie Beuys ist ihm in seinem künstlerischen Schaffen der Bezug zum Menschen wichtig, " ... Wir wollen eine Kunst für den künftigen Menschen. Einen verständigen aufgeklärten Menschen, der kommen wird. In einer Zeit, in der der Künstler einen ganz normalen Beruf ausübt." (Süddeutsche Zeitung Magazin, 31. 10. 1991) Im Gegensatz zu Beuys arbeitet Imi Knoebel abstrakt.

Knoebel entwickelt eine einzigartige, eigenständige Arbeitsweise. Knoebels Materialien sind von fast penetranter Schlichtheit, mit Vorliebe verwendet er Sperrholz und Hartfaserplatten. Knoebels Kunst ist ein Beispiel für konkrete Kunst. "Seine Malweise ist mit ihrer industriellen Glätte darauf angelegt, bestimmte Assoziationen zu vermeiden, um eine möglichst offene Wahrnehmung zu erlauben."

Quelle: "tageszeitung" vom 08.10.1996 S. 17
            Informationen der Kunst- und Ausstellungshalle


Projekt Pinguine



Aufgabe 2:

Wo bin ich, und weshalb sehe ich nichts?

Lösung:

Ich bin im Whiteout Raum der Ausstellung "Arktis - Antarktis" und "erlebe" gerade das Naturphänomen, orientierungslos in einer gleichförmig weißen Welt zu sein.

"Angenommen, man steht unter einer geschlossenen Wolkendecke, die zwar dick genug ist, um die Sonne zu verhüllen, aber doch nicht so dicht, daß sie den überwiegenden Teil des Lichtes daran hindert, bis zum Boden durchzudringen. Das Sonnenlicht, das von oben auf diese Wolkenschicht auftrifft, wird teilweise nach oben reflektiert, aber ein Großteil wird an den zahllosen kleinen Wassertöpfchen und Eiskristallen gestreut und gelangt durch die Wolkenschicht nach unten. Wenn nun die Erdoberfläche mit Schnee bedeckt ist, wird der größte Teil dieses Lichtes wieder nach oben zur Wolkendecke hin gestreut. Auch von diesem Licht wird wieder ein Teil von den Wolken zurück zur schneebedeckten Erde reflektiert und von dort wiederum nach oben zur Wolkendecke.

Durch diese vielfachen Reflexionen zwischen dem schneebedecktem Erdboden und und der Wolkendecke wird das Licht schließlich gänzlich diffus und kommt aus allen Richtungen zugleich. Die Folge ist, daß Schneeverwehungen oder Vertiefungen im Schnee keine Schatten mehr werfen. Polarreisende berichten immer wieder, daß sie in der gestaltlosen Schneewüste wie blind gegen Eisblöcke gelaufen oder in unsichtbare Abgründe gestürzt sind. Wenn das Licht aus allen Richtungen gleichzeitig kommt, verschwindet auch der Horizont, und man hat keinen sichtbaren Anhaltspunkt dafür, wo Oben und Unten ist. Es gibt Menschen, die dieser Verlust der visuellen Orientierung so hilflos macht, daß sie in einem Whiteout nicht einmal mehr aufrecht stehen können. Eine unglaubliche Erfahrung!"

Quelle: Robert Greenler, Katalog Arktis - Antarktis, S. 238/239




Aufgabe 3:

Wo befinde ich mich, und wer hat mich gebaut?

Lösung:

Ich befinde mich in der Zentrale der Deutschen Telekom AG, Bonn, Friedrich-Ebert-Alle und wurde 1995 von dem italienischen Künstler Mario Merz geschaffen.
Mario Merz, o.T., 1995, Iglu aus Glas, mit einem inneren Steiniglu und Neonzahlen/-stäben (Halle) Iglu aus Stein mit Neonzahlen (Garten)

Ich bin ein Iglu aus Glasscheiben, die mit Zwingen sperrig auf einem rohen Metallgerüst fixiert sind. In mir berge ich einen zweiten, kleinen Iglu aus rosafarbenem, aufgeschichtetem Marmor, der eine Reihe von Neonziffern trägt. Dieser kline Iglu sendet drei weiße Neonlichtstrahlen aus. Diese durchboren meine große Glashülle und richten sich himmelwärts aus. In mir wachsen so Innen und Außen zusammen.

Die Ziffern 1 - 1 - 2 - 3 - 5 - 8 sind der Anfang einer Zahlenreihe, die der Mönch Fibonacci da Pisa im 12. Jahrhundert aus Naturbeobachtungen fand. Es wird immer die letzte mit der vorletzten Zahl addiert und das Ergebnis setzt die Reihe ins Unendliche fort. Möglicherweise sollen diese Zahlenreihen ein Symbol für das unaufhaltsame Wachstum der Wissenschaft sein.
An dem Iglu im Garten - ebenfalls aus rosa Marmor - laufen die Zahlen ab 13 weiter. Mit ihm bin ich durch meine Form, das Material und die Fibonacci-Reihe verbunden. Ich glaube, mein Schöpfer Mario Merz gibt mir mit dem Iglu unter freiem Himmel Antworten von "außen" auf den doppelten Iglu "innen" .

Mario Merz wurde 1925 in Mailand geboren und lebt in Turin. Merz gilt als führender vertreter einer Kunstrichtung in Italien, die wegen der Verwendung "armer Materialien" die Bezeichnung "arte povera" erhielt.

Für Mario Merz stehen Iglus (Urhäuser) "gleichzeitig für friedliches Zusammenführen, den Schutz und das Gespräch und - durch den Lichtkontrast - für das menschliche Streben nach Transzendenz, das heißt für seine Sehnsucht, nicht nur die Grenzen von Gewohnheiten, Sprachen und Staaten, sondern die der Wirklichkeit zu überschreiten."

Quelle: Deutsche Telekom, Mario Merz
            T-Vision, Sonderdruck Ausgabe 5/95, S. 62


Projekt Nomadenarchitektur - Iglu



Gedanken des Projektteams: Wir haben leider keine richtige Lösung erhalten, war das Quiz zu kniffelig? Wir hoffen, es hat Euch dennoch interessiert.
Das Projektteam beabsichtigte, Euch zum genauen Betrachten, Wahrnehmen, Nachdenken und Kommunizieren anzuregen.