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.Hochrenaissance im Vatikan

 












CAD Rekonstruktion

Computergestützte dreidimensionale Rekonstruktion der Vatikanischen Paläste in der Hochrenaissance


Ein Projekt der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt - Lehrstuhl für CAD in der Architektur - und der Università Roma Tre unter der Schirmherrschaft der Musei Vaticani

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Nicht nur die Kunstwerke, sondern auch die Räume, in denen sie zur Geltung kamen, sind Thema der Ausstellung: Die Vatikanischen Paläste, seit dem 5 Jahrhundert n. Chr. als päpstliche Residenz genutzt, wurden im Laufe der folgenden 1500 Jahre immer wieder erweitert oder verändert. Insbesondere die Päpste der Renaissance machten die Vatikanischen Paläste zu „einem Ganzen, das seinesgleichen auf Erden nicht hat" (Jacob Burckhardt).

Heute ist die ursprüngliche Form und Funktion der meisten Räume für den Besucher nicht mehr nachvollziehbar, nicht nur wegen der zahlreichen Umbauten, sondern auch aufgrund der Nutzung als Museum.

Als Ergebnis eines aus Anlaß der Ausstellung ins Leben gerufenen internationalen Forschungsprojektes wird in Bonn erstmalig eine 3D-CAD-Rekonstruktion der Vatikanischen Paläste in der Hochrenaissance präsentiert: Die Besucher ‘erleben’ auf ihrem virtuellen Rundgang, kundig begleitet von einem ‘Cicerone’, einem Kunsthistoriker, die Räume des päpstlichen Palastes in ihrer ursprünglichen Ausstattung.

Bei dieser Besichtigung sind zahlreiche Exponate der Bonner Ausstellung zu entdecken. Die Wegführung berücksichtigt dabei streng die durch das Zeremoniell vorgeschriebene Abfolge der Räume: So können die Besucher z.B. dem Weg der venezianischen Botschafter zur Audienz bei Papst Hadrian VI. 1523 folgen, oder sie begleiten Papst Julius II. von seinen Privatgemächern bis zum berühmten Cortile delle Statue des Belvedere. Sie können einen Blick aus der Stanza della Segnatura werfen, auf deren Fenster hin Bramante die Perspektive seines Hofes berechnet hat: Die „vollendet schön gedachte Form" (Jacob Burckhardt) des Hofes wird so erlebbar; in Rom ist sie, nach dem Einbau zweier Querflügel, nicht mehr wahrzunehmen.

Ziel der 3D CAD-Rekonstruktion ist es, die komplexe Struktur des Vatikans und vor allem auch die Funktion der einzelnen Räume zu verdeutlichen. So wird das Verständnis vieler Kunstwerke, etwa der Freskenzyklen Raffaels in den Stanzen und den Loggien, die ja für einen konkreten Anlaß und Funktionszusammenhang entstanden sind, erleichtert.

Über die Nutzung in der Ausstellung hinaus wird die 3D CAD-Rekonstruktion zahlreiche neue Erkenntnisse zur Baugeschichte der vatikanischen Paläste im Mittelalter und in der Renaissance eröffnen. Einige wichtige Räume konnten zum ersten Mal mit modernen Mitteln vermessen werden. Viele Theorien zur Baugeschichte der vatikanischen Paläste basieren auf Plänen des frühen 19. Jahrhunderts.

Durchführung und Realisation:
Wissenschaftsatelier am Fachbereich Architektur der Technischen Universität Darmstadt

Professoren: Manfred Koob

Wissenschaftliche Mitarbeiter: Marc Grellert, Markus Frings, Stephen Wittkopf, Bernhard Franken, Stefan Baumgartner, Egon Heller

Wissenschaftliche Hilfskräfte: Andreas Kreuz, Nils Fischer, Arndt Schilkowsky, Phillip Putschbach, Marc Möller, Bruno Hellstern, Marcin Kaminski, Julio Carlos Figueirdo de Sousa Pereira

Studenten im CAD Seminar: Axel Beuermann, Jens Kahl, Jochen Backes, Susanne Westphal, Gabi Pinder, Göran Vöpel, Urs Kellermann, Nicole Troesch, Eva Franke, Jan Friedrich, Niklas Führer, Eva Leonardi, Eva Schwarz, Christina Stiel, Sonja Albrecht, Kirstin Fried

Baugeschichtliche und kunstgeschichtliche Beratung: Pier Nicola Pagliara, Massimo Alfieri, Wolfgang Liebenwein

Mit freundlicher Unterstützung von Silicon Graphics Computer Systems, Alias Wavefront, GMD Darmstadt und Alitalia.
 

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