![]() ![]() ![]() |
Toshio Iwai Composition on the Table 1998/99 Eine interaktive Installation 23. April bis 20. Juni 1999 Iwai begann 1981 mit experimentellen Film- und Videoanimationen und thematisiert seitdem in seinen Arbeiten historische Vorläufer des Kinos, optische Täuschungen und Effekte wie z. B. Anamorphosen, Daumenkino, Zoetrope, Praxinoscopisches Theater u.ä. Er kombiniert diese Basisentwicklungen des bewegten Bildes mit modernster digitaler Technik und interessiert sich insbesondere für die neuen Möglichkeiten interaktiver Installationen. Seit 1986 realisiert er visuelle Musiksysteme, die auf den Entwicklungen der Computerspiele aufbauen. Composition on the table ist eine interaktive Installation, die es mehreren Besuchern gleichzeitig erlaubt, musikalische Kompositionen in Echtzeit zu entwickeln. Zugleich präsentiert Iwai eine neuartige Visualisierung von komplexen musikalischen Zusammenhängen anhand von einfachen Zeichen. Die Tischkonstruktion, die auf einer von Iwai entwickelten Computersoftware basiert, stellt ein einfaches Interface dar. Es besteht aus einem Raster von 36 Druckschaltern, die mit einem Datenprojektor kombiniert sind. Der Projektor befindet sich in der Decke oberhalb des Tisches. Die Projektionstechnik zeigt einfache grafische Symbole, die sich auf die Drucktasten im Tisch beziehen und die Auswahl verschiedener "Instrumente" ermöglichen. Durch kombiniertes Drücken der Schalter können in verschiedensten Varianten loopartig angelegte Musikkompositionen gestartet und verändert werden, die sich durch die Projektion auf den Tisch wieder grafisch verfolgen lassen. Diese neuartige Kombination von Grafik, elektronischer Musik und einfachem Interface bietet unendliche Möglichkeiten der musikalischen Gestaltung. Toshio Iwai präsentiert zwei neue Tischkonstruktionen mit einem Durchmesser von 120 cm. Sie sind Bestandteil einer Reihe von interaktiven Tischinstallationen, die er seit 1998 kreiert hat. Biographie Toshio Iwai wurde 1962 in der Präfektur Aichi in Japan geboren. Iwai begann 1981 mit experimentellen Animationen. Als Medienkünstler aus dem interaktiven Bereich ging er dazu über, mit Spielzeugen aus der Ära vor dem Kino (Daumenkino und zoetropes) zu arbeiten, bevor er sich ab 1986 für Computerspiele als visuelles Musiksystem interessierte. 1987 absolvierte er den Plastic Art and Mixed Media master's-Kurs an der Tsukuba Universität in Japan. 1992 beendete er das Artist-in-Residence Programm am Exploratorium in San Francisco. Seine Werke Well of Lights und Music Insects befinden sich mittlerweile in der permanenten Sammlung des Exploratoriums. Durch sein computergesteuertes, virtuelles Set für die wissenschaftliche Nachrichtenshow "Einstein TV" (1990-1991) sowie die virtuellen Sets und Charaktere der äußerst populären, interaktiven Kindersendung "UgoUgo Lhuga" (1992-1994, Fuji TV) wurde er in Japan zur Kultfigur. Iwai hatte Einzelausstellungen in Tokyo, Osaka, Antwerpen, Karlsruhe, Espoo und Amsterdam. Er nahm an Gruppenausstellungen in Kanada, Australien, im Exploratoriom in San Francisco und im japanischen Pavillon bei der Expo in Seville, Spanien, teil. Von 1994 bis 1995 war er Artist in Residence am ZKM in Karlsruhe. Zur Zeit arbeitet er als Artist in Residence am IAMAS. Link: http://www.iamas.ac.jp/~iwai/ email: Axel Wirths, Kurator |
produced and copyright by kunst- und ausstellungshalle der bundesrepublik deutschland