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Absolute Windstille Jürgen Klauke - Das fotografische Werk 23. März 2001 bis 8. Juli 2001
Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn präsentiert im Frühjahr/Sommer 2001 auf circa 3000 qm die erste Retrospektive zum fotografischen Werk Jürgen Klaukes. Mit einer repräsentativen Auswahl werden erstmals Exponate aus allen Schaffensphasen von 1970 bis heute gezeigt und eigens für die Ausstellung konzipierte Arbeiten runden den retrospektiven Charakter der Ausstellung ab. Im Mittelpunkt dieser großen Retrospektive steht das fotografische Werk von Jürgen Klauke, der nachhaltigen Einfluß auf die jüngere Künstlergeneration ausgeübt hat. Als junger Avantgarde-Künstler erkannte er bereits Anfang der 70er Jahre die Pionierrolle der Fotografie in der Kunst, die seinerzeit noch nicht als Kunstform anerkannt war. Klauke setzte entscheidende Impulse, indem er das traditionelle, dokumentarische Verständnis von Fotografie überwand und sie als eigenständiges konzeptuelles Medium innerhalb der bildenden Kunst einsetzte. Bislang wurden im wesentlichen Einzelaspekte des künstlerischen Schaffens von Jürgen Klauke z.B. seine Selbstinszenierungen und die Befragung der Geschlechterrollen dargestellt. Ziel dieser Ausstellung ist es, die Vielseitigkeit in Klaukes Oeuvre zu dokumentieren und einen breit gefächerten Einblick in das inhaltlich und formal komplexe Werk zu geben. In seinen inszenierten Fotoarbeiten stellt Klauke sich selbst in den Mittelpunkt seiner Beobachtung und legt mit fiktiven Identitäten das "Drama" menschlicher Konflikträume offen dar. Seine besondere Qualität ist die Fähigkeit, den Betrachter immer wieder zu irritieren und damit dessen gedankliche "Schubladen" unwirksam werden zu lassen. Seine Arbeiten wirken wie ein Spiegel der menschlichen Seele und führen dem Betrachter oftmals unausgesprochene, verdrängte Begierden vor Augen. Als einer der ersten stellt er den eigenen Körper in den Mittelpunkt seiner Arbeit und setzt international Maßstäbe innerhalb der sogenannten Body-art. Mitte der 70er Jahre führt Klauke seine ersten spektakulären Performances durch. So gehört Hinsetzen/Aufsteh'n / Ich liebe Dich, die er 1979 in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München aufgeführt hat, zu den legendären Aktionen in diesem Bereich. Seine Teilnahme 1980 an der Begleitausstellung Arti Visive der Biennale in Venedig, 1977 an der documenta 6 und 1987 an der documenta 8 in Kassel belegt beispielhaft den stetigen Erfolg, der auf die innovative Kraft und die Vielseitigkeit von Klaukes Œuvre zurückzuführen ist. Arbeiten wie die 1981 entstandenene großformatige Fotoserie Formalisierung der Langeweile oder der in den 80er Jahren entstandene Zyklus Prosecuritas nehmen heute einen wichtigen Platz in der deutschen Kunstgeschichte ein. Die Inszenierung der Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler und mit Prof. Peter Weibel, dem Direktor des ZKM in Karlsruhe, den wir als Berater gewonnen haben. Im Hinblick auf die Auswahl der Leihgaben steht die Ausstellung somit im Zeichen höchster Authentizität, Internationalität und Kenntnis. Die Ausstellung wird in veränderter Konzeption im Anschluß im Staatlichen Russischen Museum in St. Petersburg und in der Hamburger Kunsthalle zu sehen sein. Ausstellungsbegleitend erscheint ein Das zusammen mit dem Künstler vom Pädagogischen Dienst konzipierte Ein kommentierter Gnadenloser Narziß oder begnadeter Selbsterfinder, polarisierender Egomane oder politisierender Medienbeobachter? Auch der Am 19.04.2001, 22.25 Uhr, Sendung in 3sat Bilderstreit - Kunst im Gespräch Außerdem stehen auf dem Programm: Der in der ehemaligen DDR geborene Neo Rauch als junger Malerstar (bis 27.05.01 Haus der Kunst, München), der Humor oder die Traurigkeit des Joan Miró (bis 04.06.01 Kunstforum, Wien) und die gemalten Streifen als Markenzeichen des Sean Scully (bis 03.06.01 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf). |
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