![]() Löwenrhyton Ekbatana (Hamadan, westl. Zentral-Iran) 500 - 450 v. Chr. Gold, 22,3 cm/ Ø 19,5 cm © Teheran, Nationalmuseum ![]() Becher mit drei Widderköpfen Kalmakareh-Höhle bei Pol-i Dohtar (Luristan, West-Iran) 5./4. Jh. v. Chr. Silber, 23 cm/ Ø 13 cm © Teheran, Nationalmuseum ![]() Armreifen mit Löwendekor Ziwiye (Kurdistan) 8./ 7. Jh.v.Chr., Gold ©Teheran, Nationalmuseum ![]() Reliefkopf eines bärtigen Mannes. Persepolis Zeit des Darius 522 - 486 v. Chr. 30 x 23 x 12 cm © KHM, Ägyptisch Orientalische Sammlung |
7000 Jahre persische Kunst Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran Vom 10. August 2001 verlängert bis zum 26. Mai 2002
Iran, das Land der weiten Hochebenen zwischen Orient und Okzident, war seit Menschengedenken ein Kreuzungspunkt verschiedener Kulturen und zivilisatorischer Einflüsse. Die hier ansässigen Völker haben seit der vor- und frühgeschichtlichen Zeit bemerkenswerte Zeugnisse materieller Kultur hervorgebracht und leisteten somit einen eigenständigen Beitrag zur Entwicklung der großen altorientalischen Zivilisationen. Das legendäre Weltreich der achaimenidischen Großkönige vom 6. bis zum 4. vorchristlichen Jahrhundert sollte schließlich zum Ausgangspunkt jener ungebrochenen Faszination werden, die in der Geschichtsschreibung Herodots, in Marco Polos Reisebeschreibungen oder in Goethes "West-östlichem Diwan" zum Ausdruck kommt. Über zwei Jahrzehnte nach der Islamischen Revolution 1979 verlassen knapp 180 kostbare Objekte das Iranische Nationalmuseum in Teheran, um dem europäischen Publikum die Bedeutung der vorislamischen Kultur Irans vor Augen zu führen. Die Ausstellung bietet ein gewaltiges kulturhistorisches Panorama von 7000 Jahren Zivilisationsgeschichte und zeichnet anhand ausgewählter archäologischer Funde die wichtigsten Entwicklungsphasen dieses uralten Kulturraums nach. Die ältesten Objekte - zwei Tonfigurinen aus dem 7. und 6. vorchristlichen Jahrtausend - markieren einen entscheidenden Wendepunkt der Menschheitsgeschichte: die sogenannte "neolithische Revolution", in deren Verlauf die steinzeitlichen Jäger und Sammler in weiten Gebieten des Nahen Ostens sesshaft wurden, um Viehzucht und Ackerbau zu betreiben. Die darauffolgenden technologischen Neuerungen und zivilisatorischen Leistungen der Bronze- und Eisenzeit werden in Bonn in repräsentativ zusammengestellten Objektgruppen wie den Chloritgefäßen aus Shahdad, den Keramiken aus Marlik Tepe, den berühmten Bronzen aus Luristan, den Edelmetall- und Elfenbeinfunden aus Ziwiye und Hasanlu greifbar. In der Antike entwickelte sich das Perserreich zu einem Vielvölkerstaat von bis dahin nicht gekannten Ausmaßen. Bereits Kyros dem Großen gelang es, die überkommenen Ordnungsstrukturen des gesamten Vorderen Orients neu zu gestalten und die Achaimenidendynastie (558-330 v. Chr.) zum mächtigsten Fürstengeschlecht seiner Zeit zu machen. In ihren monumentalen Hauptstädten Persepolis, Susa und Parsagadae versammelten die persischen Großkönige sagenhafte Reichtümer - in der Ausstellung sind es vor allem die prunkvollen Silber- und Goldgefäße, die diese höfische Repräsentationskunst beispielhaft demonstrieren. Mit der Eroberung Persiens durch Alexander den Großen und den ihm nachfolgenden seleukidischen Königen (312 - um 139/38 v. Chr.) gewann griechischer Einfluß im künstlerischen Schaffen des Perserreiches zunehmend an Bedeutung, dem sich auch die Herrscherdynastie der Arsakiden (247 v. Chr.-224 n. Chr.) nicht verschliessen konnte. Diese heute nur schwer fassbare Periode der iranischen Kunstgeschichte wird hier durch eine Auswahl von Skulpturen, Glas und Keramik repräsentiert. Mit dem Herrschaftsantritt der Sassaniden (2241-621 n. Chr.) erfolgte eine bewusste Rückbesinnung auf die große kulturelle Tradition der achaimenidischen Blütezeit. Aus dem vielfältigen Kunstschaffen der sassanidischen Periode sind prachtvoll dekorierte Silberschalen besonders hervorzuheben. Silber-, Keramik- und Glasobjekte aus der frühislamischen Zeit stehen im Mittelpunkt der letzten Objektgruppe. Sie spiegeln einerseits den Einfluß des sassanidischen Kunstschaffens wider, zeigen andererseits bereits neue Elemente in Form und Dekor, die sich schließlich zu einer eigenständigen islamischen Bildersprache entwickeln sollten. Eine aufwendig gestaltete Koranhandschrift auf Pergament aus dem 9./10. Jh. bildet den Schlusspunkt der Ausstellung und symbolisiert den Beginn tiefgreifender kultureller Veränderungen, die auch das Gebiet des alten Iran erfassen sollten. Die Ausstellung wurde von dem
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