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Menschliche Silhouette mit einer Gottheit im Zentrum,
über der eine Gravur mit einem zweiköpfigen mythischen Wesen
angebracht ist
Lambayeque, Museo Arqueológico Nacional Brüning
© Foto: Carlos Rojas

Goldschelle mit Darstellung des Ai-Apaec, einer Hauptgottheit
der Mochica-Kultur
Lambayeque, Museo Arqueológico Nacional Brüning
© Foto: Ignacio Alva

Der Krebsdämon aus vergoldetem Kupfer mit Kopfputz
und einer Halskette aus Uhuknöpfen
Lambayeque, Museo Arqueológico Nacional Brüning
© Foto: Alberto Gutierrez

Zeptermesser, Hauptemblem des Fürsten von Sipán
Lambayeque, Museo Arqueológico Nacional Brüning
© Foto: Carlos Rojas

Geburtsszene mit Hebamme und Helferin Replik,
Steigbügelgefäß, Keramik
© Foto: P. Oszvald
Original: Lima, Museo Rafael Larco Herrera
Diese sehr realistische Geburtsszene gibt einen Einblick in die Alltagswelt
der Moche. Der Zweck der Geburtsdarstellung dagegen ist sicherlich im
zeremoniellen Leben zu suchen und hier im weiten Feld des Fruchtbarkeitkultes.
Hauptohrpflock des Fürsten von Sipán mit seiner Darstellung
zwischen zwei Kriegern
Gold, Türkis
Lambayeque, Museo Arqueológico Nacional Brüning
© Foto: Carlos Rojas
Rekonstruktionszeichnung der Grabplattform (vorne links) und der beiden
Pyramiden von Sipán zur Zeit der Moche.
© Alberto Gutičrrez
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Gold aus dem alten Peru
Die Königsgräber von Sipán
15. Dezember 2000 bis 29. April 2001
 
 
  
 
 
 
Das alte Goldland Peru wird vor allem mit der Geschichte der Inka in
Verbindung gebracht. Nur wenige wissen, daß diesem imponierenden,
aber kurzlebigen Reich (1467-1532) eine Reihe grandioser Hochkulturen vorausgingen.
Eine dieser Zivilisationen ist die der Moche an
der nordperuanischen Küste. Bereits im ersten nachchristlichen Jahrhundert
liegen ihre Anfänge, ihr Untergang fällt in das 8. Jahrhundert
unserer Zeitrechnung.
Vor weniger als 20 Jahren machte man durch Zufall in Sipán, etwa
800 km nördlich von Lima, einen spektakulären Fund: das intakte,
nicht geplünderte Grab eines Moche-Herrschers.
Es wird von vielen Archäologen mit dem 1922 von Howard Carter in Ägypten
entdeckten Grab des Pharaos Tutanchamun verglichen. Anhand der Fülle
der exquisiten Beigaben, mit denen der sogenannte Fürst von Sipán
bestattet worden war, ließen sich erstmals weitreichende Informationen
über die Kultur und Gesellschaft der Mochica gewinnen sowie vorhandene
Kenntnisse präzisieren. Im Laufe der Ausgrabungen kamen neben dem großartigen
Grab des Fürsten von Sipán unter
der verwitterten Pyramide aus adobe (getrockneten
Lehmziegeln) acht weitere zu Tage, so unter anderem das des Alten
Fürsten, des Priesters und eines Militärbefehlshabers.
Das heutige Wissen über die politische, soziale
und ökonomische Organisation, über die Religion und die Kunst
der Moche läßt sie zu einer der großen Kulturen Amerikas
werden.
Der sagenhafte Goldschatz der Herrscher von Sipán
bildet den Kern der Ausstellung. Präsentiert werden die 200 schönsten
und wichtigsten Grabungsfunde: Insignien der Macht wie Standarten aus vergoldetem
Kupfer, Herrschaftszeichen wie Zepter und Kopfschmuck, Masken, Pektorale,
Schellen und Schmuck - vieles aus reinem, oft mit Steinen verziertem Gold.
Um diesen Traum aus Gold und eine originalgetreue Rekonstruktion der Grabkammer
des Fürsten und der sieben Personen, die ihn in die jenseitige Welt
begleiteten, gruppieren sich 50 Moche-Keramiken
aus den bedeutenden Sammlungen deutscher Museen. Diese Kunst aus Ton, seien
es Skulpturen oder bemalte Gefäße, gibt nicht nur Einblick in
Fauna und Flora, in das höfische Leben sowie den Alltag des einfachen
Mannes, sondern auch in die mythologischen Vorstellungen der Mochica.
Sie führt uns zum Beispiel vor Augen, wie Fischer auf kleinen "caballitos
del mar" - so werden die kanuähnlichen Boote aus gebündeltem
Schilfrohr genannt - dem Pazifik trotzten. Sie erzählt von der Hirschjagd
der Adeligen mit Hilfe von Netzen und Treibern oder von der wichtigsten
Opferzeremonie, die mit einem rituellen Kampf zwischen Kriegern begann.
Sie zeigt, wie der einzelne in dieser hierarchisch gestaffelten Klassengesellschaft
sich kleidete, denn gerade die Hochkultur der Moche ist eine der wenigen
Weltkulturen, bei der die Armut nicht anonym blieb. Selbst erotische Szenen
sind in der "irdenen Bibliothek" dieser schriftlosen Gesellschaft
nicht ausgespart. Besonders beeindruckt auch die Porträtkeramik mit
ihren individuellen, naturalistischen Bildnissen.
Bisher wurde nur ein kleiner Teil des Goldschatzes von Sipán, der
zum Teil im Römisch-Germanischen Zentralmuseum zu Mainz restauriert
wurde, gezeigt. Die Ausstellung in Bonn ist nicht nur die erste in dieser
Vollständigkeit und Pracht - auch die Funde der neueren Ausgrabungen
werden in Europa erstmals gezeigt - , sie ist zugleich auch die letzte außerhalb
Perus. Dann finden die fragilen Kostbarkeiten in unmittelbarer Nähe
zu den ursprünglichen Gräbern im neuerrichteten Museum "Tumbas
Reales de Sipán" eine ständige Bleibe und werden nach einem
Regierungsbeschluß das Land Peru nicht mehr verlassen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog von ca.
275 Seiten mit über 450 durchgängig farbigen Abbildungen. Er enthält
Beiträge international renommierter Wissenschaftler zu den kulturellen
Entwicklungen der präkolumbischen Kulturen Perus, den Ausgrabungen
und Restaurierungen sowie eine Zeittafel, Karten und eine umfangreiche Bibliographie.
Er ist während der Ausstellung für DM 49,- erhältlich.
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Literaturliste
zur Ausstellung (Word Dokument zum Downloaden)
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Literaturliste
zur Ausstellung (Acrobat Reader Format)
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Übersicht
über alle derzeit verfügbaren Literaturlisten |
Leiter der Ausgrabungen der Königsgräber von Sipán:
Walter Alva
  
Ausstellungskurator
Ferdinand Anton
  
Projektleitung
: Dr.
Angelica Francke
  
Ausstellungsarchitektur
Michael Haacke
  
: Maja
Majer-Wallat, Pressesprecherin
Informationen in französischer Sprache:
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Informationen in niederländischer Sprache:
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Informationen in italienischer Sprache:
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Den
Anstecker zur Ausstellung - 2,5 mal 1,8 Zentimeter groß - können
Sie für DM 3,- im Museumsshop oder an der Information erwerben. Die
Version als Krawattennadel kostet DM 7,-. |