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Das Grab des Señor von Sipán

Nach dem Fund eines Beigabendepots mit 1137 Keramikgefäßen konnten die Archäologen erstmals das unversehrte Grab eines Moche-Herrschers freilegen. Drei Männer, drei Frauen, ein Junge und ein Wächter hatten ihn in den Tod begleitet. Die Fülle und Qualität der Grabbeigaben des zirka 35 bis 40 Jahre alten Toten - Attribute, Embleme und Insignien - ließen keinen Zweifel daran, daß einer der bedeutendsten Männer seiner Zeit gefunden worden war. Aufgrund ihrer verblüffenden Ähnlichkeit mit denen einer Person aus der Moche-Ikonographie, die allen wichtigen religiösen und politischen Ereignissen oder Zeremonien vorsteht, erhielt der Bestattete den Namen "Señor" (in der Muchic-Sprache "siec"). Die Bezeichnung spielt auf die Doppelrolle als höchste religiöse und politische Instanz an, die aus den soziopolitischen Verhältnissen der Nordküste bekannt ist und die im Spanischen "señorío" (nach "señor", Herr, Herrscher) genannt wird. Da die Grabbeigaben belegten, daß der Señor von Sipán jedes sakrale oder politische Ereignis präsidierte, kann als bewiesen gelten, daß es sich bei der Gestalt in den Darstellungen nicht, wie früher angenommen, um eine rein mythische Figur handelt, sondern daß sie auch von der im Grab gefundenen Person verkörpert wurde.



 

 
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