![]() Jan Brueghel d.Ä. (1568–1625) Der Garten Eden Öl auf Eichenholz, 59,4 x 95,6 cm Sammlung Carmen Thyssen-Bornemisza, Madrid © Sammlung Carmen Thyssen-Bornemisza ![]() Philips Aertsz. Koninck (1619–1688) Landschaftspanorama mit Stadt im Hintergrund, 1655 Öl auf Leinwand, 83,5 x 127,5 cm Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid © Museo Thyssen-Bornemisza
Claude Lorrain (1600–1682) Idyllische Landschaft mit der Flucht nach Ägypten, 1663 Öl auf Leinwand, 193 x 147 cm Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid © Museo Thyssen-Bornemisza ![]() Antonio Canal, genannt Canaletto (1697–1768) "Il Bucintoro" in Venedig, um 1745/50 Öl auf Leinwand, 57 x 93 cm Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid © Museo Thyssen-Bornemisza ![]() Thomas Cole (1801–1848) Vertreibung. Mond und Feuerschein, um1828 Öl auf Leinwand, 91,3 x 121,9 cm Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid © Museo Thyssen-Bornemisza ![]() John R. A. Constable (1776–1837) Die Schleuse, 1824 Öl auf Leinwand, 142,2 x 120 cm Sammlung Carmen Thyssen-Bornemisza, Madrid © Sammlung Carmen Thyssen-Bornemisza ![]() Emilio Sánchez Perrier (1855–1907) Winter in Andalusien. Birkenwald mit einer Herde in Alcalá de Guadaira, 1880 Öl auf Holz, 45 x 31,9 cm Sammlung Carmen Thyssen-Bornemisza, Madrid © Sammlung Carmen Thyssen-Bornemisza ![]() Claude Monet (1840-1926) Tauwetter in Vétheuil, 1881 Öl auf Leinwand, 60 x 100 cm Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid |
Landschaften von Brueghel
bis Kandinsky Die Ausstellung zu Ehren des Sammlers Hans Heinrich Baron Thyssen-Bornemisza 7. September 2001 bis 25. November 2001
Die Sammlung des Barons Thyssen-Bornemisza zählt zu den herausragenden Privatsammlungen der Welt. Im Laufe eines halben Jahrhunderts vermehrte er die von seinem Vater begonnene exquisite Sammlung Alter Meister um mehr als das Doppelte und bereicherte sie vor allem auch um Werke vieler bisher nicht vertretener Künstler und Epochen. Die persönliche Vorliebe des Barons galt stets dem Genre der Landschaftsmalerei. In einem 500 Jahre umspannenden Bogen entfalten die Gemälde in der Ausstellung den ganzen Facettenreichtum der Landschaftsmalerei vom 16. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Diente die Landschaft in der abendländischen Kunst anfänglich nur als Hintergrund für biblische oder weltliche Szenen, so gewann sie mit der Entwicklung der Perspektive seit der Renaissance als eigenständiges Bildthema immer stärker an Bedeutung. Ende des 16. und zu Anfang des 17. Jahrhunderts zeigen die Werke flämischer Künstler unermeßlich erscheinende "Weltlandschaften" mit kleinen Szenen, wie bei Roelandt Savery und Tobias Verhaecht, vermitteln aber auch starke atmosphärische und jahreszeitliche Eindrücke, wie zum Beispiel bei Jan Brueghel d. Ä. Zur gleichen Zeit gewinnt in den Niederlanden die realistische Darstellung der heimatlichen Landschaft mit feiner Luftperspektive und reicher Tonskala an Bedeutung. Ideale, kulissenhaft komponierte Landschaften - lichterfüllt und inspiriert von antiken Autoren und Hirtendichtung - kennzeichnen eine weitere Richtung des 17. Jahrhunderts, als deren Hauptvertreter Claude Lorrain gilt. Im folgenden Jahrhundert schaffen Maler wie Watteau oder Fragonard nach den höfischen Vorstellungen vom Landleben duftige Landschaftshintergründe für heiter-idyllische Szenen. Daneben fördert das gesteigerte Interesse an Reiseerinnerungen die Entwicklung von Stadtansichten, deren berühmteste Beispiele von Canaletto stammen. Besonderes Interesse können in der Ausstellung die in Europa kaum bekannten Landschaftsgemälde des 19. Jahrhunderts aus Amerika wecken. Geprägt von der europäischen Landschaftstradition, widmen sie sich der Erkundung der Neuen Welt, der "Erforschung von Eden". Gleichzeitig erfährt die Landschaftsmalerei in der Alten Welt einen neuen Aufschwung. In einer "Wiederentdeckung des Ländlichen" wendet sich John Constable, einer ihrer Protagonisten, der alltäglichen heimatlichen Natur zu. Er versucht, atmosphärische Erscheinungen einzufangen und öffnet der Freilichtmalerei den Weg. Die Maler des Impressionismus, wie Monet, Pissarro, Renoir und Sisley, untersuchen die Landschaft und ihre Farbigkeit unter der Wirkung des momentanen Lichts - Licht und Farbe lösen die Formen auf. Bei ihren Nachfolgern, den nachimpressionistischen Künstlern wie Gauguin und van Gogh, verfestigen sich die Formen jedoch wieder, und es läßt sich ein teilweises Abstrahieren vom Naturvorbild beobachten. Eine neue, vitale Farbenkraft, die ausdrucksgesteigerte Empfindungen zu vermitteln sucht, kennzeichnet die Werke der Fauvisten, wie Picasso, Braque, Matisse, und der Expressionisten Kandinsky, Kirchner, Marc oder Nolde. Auch wenn sie sich nicht ausschließlich der Landschaftsmalerei widmeten, so war sie doch ihr bevorzugtes Thema. Zur Ausstellung erscheint ein 250 Seiten umfassender Die 45-minütige Filmdokumentation von Horst Cramer, "Thyssen-Bornemisza. Der Sammler - Das Museum - Die Ausstellung", zur Geschichte der Sammlung Thyssen-Bornemisza und der Landschaftsmalerei mit Interviews der Barone Thyssen-Bornemisza wird im Fernsehen am 19. September 2001 um 21 Uhr in 3SAT gezeigt und läuft auch in der Ausstellung.
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