
Baron
Heinrich Thyssen-Bornemisza
© Museo Thyssen-Bornemisza


Baron Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza bei der Ankunft seiner Sammlung
aus Lugano in Madrid, 1992
© Museo Thyssen-Bornemisza
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Die Geschichte der Sammlung
Thyssen-Bornemisza
August Thyssen (1842-1926), der Gründer des bis heute bestehenden Eisen-
und Stahlwerks, fand erst sehr spät zur Kunst. Die bei Auguste Rodin 1905
in Auftrag gegebenen Marmorskulpturen markieren den Beginn einer großen
Sammelleidenschaft, die für seinen Sohn Heinrich zum Lebensinhalt wurde
und bis zum heutigen Baron, Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza, fortbesteht.
Den eigentlichen Grundstein zur Sammlung legte
Baron Heinrich
Thyssen-Bornemisza (1875-1947). Der Gründer eines Industrie-Imperiums
und erfolgreiche Bankier war ein passionierter Kunstsammler. Seit den 1920er
Jahren baute er eine außergewöhnliche Sammlung deutscher, flämischer, holländischer,
italienischer, spanischer und französischer Alter Meister aus dem 13. bis
18. Jahrhundert auf. Dabei galt seine Vorliebe der altdeutschen Schule und
der Porträtmalerei.
1932 kaufte er die Villa Favorita am Luganer See, wo er die bis dahin auf
dem ungarischen Schloß Rohoncz befindliche Sammlung installierte. Die Galerie
wurde 1937 für das Publikum geöffnet, mußte jedoch bei Kriegsausbruch schließen.
1948, ein Jahr nach Heinrich Thyssen-Bornemiszas Tod, machte sie dessen
Sohn Hans Heinrich wieder öffentlich zugänglich.
Der gegenwärtige Baron,
Baron
Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza (* 1921) erbte
von seinem Vater nicht nur die leidenschaftliche Berufung zum Sammeln, sondern
auch den wichtigsten Teil der Kollektion. Seither hat er nicht aufgehört,
die Sammlung Alter Meister zu erweitern. Er entwickelte aber auch ein Interesse
für die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, die sein Vater nicht schätzte.
So bereicherte er die Sammlung mit Werken nordamerikanischer Künstler des
19. Jahrhunderts, deutscher Expressionisten, französischer und amerikanischer
Impressionisten sowie der russischen Avantgarde und der wichtigsten künstlerischen
Tendenzen zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Persönlich liebt er besonders
die Landschaftsmalerei. Die Sammlung umfaßt heute 1500 Werke, fast dreimal
mehr als 1930. Mit den seit 1983 regelmäßig veranstalteten Sonderausstellungen
erlangte die Villa Favorita weltweite Anerkennung.
Die Tradition des Sammelns von Kunstwerken wird auch von Carmen
Baronin Thyssen-Bornemisza (* 1943) mit viel Enthusiasmus fortgeführt.
Die spezifische Ausrichtung der Sammlung Carmen Thyssen-Bornemisza, die
inzwischen auf rund 900 Werke angewachsen ist, liegt auf der spanischen,
französischen und amerikanischen Malerei des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
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