Die Preisträger


Internationaler Preis für Film- und Medienmusik.
Beste Filmmusik im aktuellen Spielfilm.

1. Hauptpreis:
Dr. Nelle Karajlic

Crna Macka, Beli macor (Schwarze Katze, weißer Kater)

2. Hauptpreis:
Michal Lorenc

Nic (Nichts)

Lobende Erwähnung:

Wasis Diop
La Petite Vendeuse de Soleil (Das kleine Mädchen, das die Sonne verkaufte)



Förderpreis

Förderpreis der GEMA-Stiftung:
Oliver Heise
Die Liebe, mein Schatz, ist bodenlos

Europäischer-Newcomer-Preis (gestiftet von: Seven Scores Musikverlag GmbH, MdF Musikverlag GmbH und Daydream Filmmusic Productions GmbH):
Vincent D'Hondt

De Bal (Der Ball)

Anerkennung
John Parish
Rosie

Sonderpreis der Deutschen Phono-Akademie:

Franka Potente / Thomas D
Lola rennt



Ehrenpreise


Erich Wolfgang Korngold Preis 1999
für Ennio Morricone
Geb. 10.11. 1928 in Rom, Italien


Zum zweiten Mal wird der Erich Wolfgang Korngold-Preis für ein künstlerisches Lebenswerk im Bereich des filmmusikalischen Schaffens vergeben. Benannt ist diese Auszeichnung nach dem berühmten Wiener Opernkomponisten ("Die tote Stadt"), der in den 30er Jahren wie viele andere europäische Filmschaffende nach Amerika emigrierte. Dort wurde Korngold einer der großen Filmmusikstars und prägte die Blütezeit des Hollywood-Kinos dieser Zeit entscheidend mit.

Ohne Übertreibung darf der diesjährige Ehrenpreisträger Ennio Morricone als eine Legende unter den Filmkomponisten bezeichnet werden. Der vielseitige Italiener liebt und lebt seine musikalische Arbeit. Ausgebildet wurde Morricone als Trompeter, Komponist und Dirigent. Ob Chansons oder neue Kammermusik, ob Kompositionen für Theater, Fernsehen oder Film, Morricone war in allen Sektoren erfolgreich. Die Zahl der von ihm geschaffenen Soundtracks (über 400) ist ebenso schwer zu überblicken wie die Anzahl der Auszeichnungen, die er erhalten hat. Am wohl populärsten sind seine Kompositionen zahlreicher Italo-Western. Erst seine Musik machte Filme wie "Spiel mir das Lied vom Tod" zu unvergessenen Kultfilmen. Gerade der Film von Regisseur Sergio Leone zeigt überdeutlich - und das nicht nur im Filmtitel - die bedeutungsgebende Rolle, die die Musik in Filmen einnehmen kann. Gerade im Genre Western hat die Musik auch eien kunstästhetische Bedeutung, gibt es doch keinen Westernklassiker, der nicht über einen unverkennbaren Soundtrack verfügt. Moricone hat dem Genre neue Dimensionen erschlossen, indem er die Filmmusik vom Ruf konfektionierter Gebrauchsmusik befreite und ihr durch seinen phantasievollen Umgang mit Tönen, Geräuschen und Klangfarben Rang und Geltung verlieh.

Auch in neueren Produktionen beeindrucken die Kompositionen Morricones und tragen ihren Teil dazu bei, einen Film erfolgreich werden zu lassen. Egal ob im Hollywood-Action-Kino mit Filmen wie "U-Turn" von Oliver Stone, "In The Line Of Fire" von Wolfgang Petersen oder im ambitionierten Kunstfilm, wie der im letzten Jahr überaus erfolgreiche "Erklärt Pereira" von Roberto Faenza, ohne Morricones musikalische Mitarbeit wären diese Filme um einiges ärmer. Sein filmmusikalisches Schaffen kann aus keinem akustischen Gedächtnis gestrichen werden und ist aus der audiovisuellen Kultur nicht wegzudenken.

Ehrenpreis des Internationalen Preises für Film- und Medienmusik 1999
für Ravi Shankar
Geb. 07.04. 1920 in Benares, Indien


In der indischen Musikkultur hat Ravi Shankar unbestritten eine herausragende Bedeutung erreicht. Mit der Übergabe des Ehrenpreises an ihn wird er aber vor allem auch als ein wichtiger Vermittler zwischen indischer und westlicher Kultur gewürdigt. Ravi Shankar hat zahlreiche Künstler in Europa oder Amerika als Musiker, Lehrer und Schriftsteller beeinflußt. Legendäre Festivals wie Woodstock und Monterey sind Meilensteine für diese kulturelle Begegnung zwischen dem indischen Musiker und westlichen Bands. Musiker wie George Harrison oder der Filmmusikkomponist Philip Glass sprachen mit größter Achtung von "dem Lehrer Shankar". Der letztjährige Erich Wolfgang Korngold-Preisträger, der Hollywood-Komponist, Pianist und Dirigent André Previn, hat wirkungsvoll mit Shankar gearbeitet. Mit dem britischen Regisseur und Schauspieler Richard Attenborough hat der indische Künstler das oscarprämierte Filmprojekt "Ghandi" erarbeitet, in dem das Verhältnis zwischen indischer und westlicher Kultur ausgiebig thematisiert wird.

Ravi Shankar hat schon seit seiner Jugend in der westlichen Welt (z.B. Paris) gearbeitet und gelebt. Als er 1938 nach Indien zurückging, hatte er zahlreiche Konzertauftritte, arbeitete für das All India Radio und gründete das National Chamber Orchestra. Seine Genialität machte vor der indischen Grenze keinen Halt. Ravi Shankar komponierte sowohl für das London Symphony Orchestra wie auch für das New York Philharmonic Orchestra. Seine karrierre als Filmkomponist begann wiederum im Indien der fünfziger Jahre. Er schrieb die Musik zu der "Apu"-Trilogie des bekanntesten indischen Regisseurs Satyajit Ray und tat seinen Teil dazu, daß diese indische Filmproduktion den internationalen Durchbruch schaffte und zum Klassiker avancierte. Seine Mitarbeit an westlichen Produktionen beschränkte sich nicht auf "Ghandi". In dem eigenwilligen avantgardistischen Szene-Film "Chappaqua" von Regisseur Konrad Rooks war er nicht nur für den Soundtrack verantwortlich, sondern bewies auch schauspielerisches Talent bei der Verkörperung eines Sonnengottes. Unter seinen darstellenden Kollegen befanden sich so illustre Personen wie Ornette Coleman, Moondog, William S. Burroughs oder Allen Ginsberg. Zweifellos aber erlangte er die größeren Verdienste auf dem Terrain der Filmmusik. Und kein geringerer als Beatles-Bassist George Harrisson bezeichnete Shankar als den "Paten der Weltmusik".



Weitere Informationen: filmmusik@kah-bonn.de
 

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