| Filmnächte zwischen den Museen 29. Juli bis 9. August 1998 Eintritt: 12,- DM / 10,- DM Beginn: jeweils 21.30 Uhr, Einlaß ab 20.00 Uhr Kartenvorverkauf an allen bekannten Bonn-Ticket-Vorverkaufsstellen oder unter 0228/476711 Veranstalter: Bonner Kinemathek/Kino in der Brotfabrik in Zusammenarbeit mit Biskuit Music und der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland ![]() | |
| Mittwoch, 29.7.1998, 21.30 Uhr THE BIG LEBOWSKI USA 1997 - von Ethan und Joel Coen - mit Jeff Bridges, John Goodman, Julianne Moore, Steve Buscemi, John Turturro, Ben Gazzarra - 113 min - deutsch untertitelte Originalfassung - Eine schräge Komödie um eine Personenverwechslung, eine Entführung, das Bowling-Spielen und einen Teppich, auf den jemand gepinkelt hat. Der neue Film der Coen-Brüder hat alles, was einen Kultfilm ausmacht: absurde Situationen, treffsichere Figurenzeichnungen, prägnante Dialoge und eine Handlung, bei der man nie weiß, auf was sie hinausläuft. "Das Schönste ist, wie perfekt dieses absurde Konglomerat funktioniert. Und Funktionieren bedeutet hier, im vollen Bewußtsein film- und genre-historischer Konventionen mit denselben Schindluder zu treiben. Mit Bezügen von Chandler über Russ Meyer, Dalí und Hitchcock bis zu Mike Tyson und den Coens selbst schafft ein allen Coen-Filmen eigener Humor die absurdesten Verbindungen und Überleitungen ins Nichts."(epd-Film 3/1998) | |
| Donnerstag, 30.7.1998, 21.30 Uhr
MARIUS UND JEANNETTE Frankreich 1997 - von Robert Guédiguian - mit Ariane Ascaride, Gérard Meylan, Pascale Roberts - 102 min - deutsch untertitelte Originalfassung - Eine Liebesgeschichte aus Marseille: Jeannette, die zierliche Frau mit der großen Klappe, lebt mit ihren beiden Kindern in einer winzigen Hinterhofwohnung. Marius, der wortkarge Hüne im immergleichen roten Arbeitsanzug, arbeitet als Wachmann in einer stillgelegten Fabrik und erwischt Jeannette, wie sie ein paar Eimer Farbe stehlen möchte... "Guédiguians Kunst ist es, der Geschichte den Reiz des Besonderen zu verschaffen, zugleich aber jene betörende Leichtigkeit beizubehalten, die mitunter milde tragikomische, ja sogar komödiantische Züge annimmt. Eine märchenhafte Liebesgeschichte, die gezeichnet ist von Melancholie und Schmerz, zugleich aber von Heiterkeit und der Perspektive auf ein Glück, das selbst dem kargsten Leben Glanz verleih: Sehenswert!"(Film-Dienst 2/1998) | |
| Freitag, 31.7.1998, 21.30 Uhr
SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD Italien 1968 - von Sergio Leone - mit Charles Bronson, Henry Fonda, Claudia Cardinale, Jason Robards - 165 min - deutsche Fassung - Der große Klassiker: Sergio Leones Abgesang auf den klassischen Western, gefilmt in grandiosen Cinemascope-Bildern, mit extremen Großaufnahmen, langen Kamerafahrten und der berühmten Musik von Ennio Morricone. "SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD ist der Bericht von einer Reise in ein fernes Land, das Amerika heißt und Atlantis bedeutet. Paradise Lost. Von seiner Reise hat Leone Bilder des Promised Land zurückgebracht, Bilder einer Sehnsucht und eines Traumes. Er hat diese Bilder mit den Mitteln einer populären mediterranen Kunstform, der Oper, verknüpft. SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD ist Giuseppe Verdi gleichermaßen verpflichtet wie John Ford. Und indem Leone amerikanische Bilder mit den Mitteln einer europäischen Struktur verpflichtet, macht er ihre Schönheit erfahrbar als die eines Traumes."(Film 10/1969) | |
| Samstag, 1.8.1998, 21.30 Uhr
NACHT DES TRICKFILMS 20 Kurzfilme aus den Jahren 1935 bis 1995, die die ganze Bandbreite des Trickfilms zeigen: klassische Cartoons von Wilfred Jackson, Tex Avery, Robert Clampett, Chuck Jones oder Loriot mit Mickey und Donald, Bugs Bunny und Daffy Duck, Wallace und Gromit, Rotkäppchen und dem bösen Wolf, Herrn Doktor Klöbner und Herrn Müller-Lüdenscheidt sowie preisgekrönte Klassiker von Norman McLaren, Nedeljko Dragic, Jan Svankmajer oder John Lasseter, die die Grenzbereiche des Trickfilms ausloten. 3 Stunden lang Unterhaltung vom Besten, darunter zahlreiche Oscar-Preisträger und der Film, der als "bester Trickfilm aller Zeiten" ausgezeichnet worden ist: DAS MÄRCHEN DER MÄRCHEN von Juri Norstein. "Norsteins Meisterwerk (und das Meisterwerk des sowjetischen Trickfilms) ist eine allesumfassende Phantasie: Erinnerungen an Kindheit und Krieg, Puschkins Zeichnungen, Anklänge an Picasso, ein Tango im Vorort einer Stadt, Bachs 'Wohltemperiertes Klavier' und Mozarts 'Konzert Nr. 5 in F-Moll'." | |
| Sonntag, 2.8.1998, 21.30 Uhr
DIE DUNKLE SEITE DES HERZENS Argentinien 1992 - von Eliseo Subiela - mit Dario Grandinetti, Sandra Ballesteros, Nacha Guevara, Jean-Pierre Reguerraz - 127 min - deutsch untertitelte Originalfassung - Eliseo Subiela, einer der interessantesten und phantasievollsten Fimemacher des lateinamerikanischen Gegenwartskinos, verbindet die Geschichte eines Mannes, der die Frau sucht, mit der er bei der Liebe "fliegen" kann, mit den Gedichten von Dylan Thomas, Oliveiro Girondo, Carlos Onetti und Mario Benedetti, der in einer kleinen Nebenrolle im Film zu sehen ist. "Ein sinnlicher, poetischer und intelligenter Film, bei dem die zahlreich rezitierten Gedichte zum tragenden und prägenden Moment werden: Indem die Grenzen zwischen Realität und Imagination verschwimmen, hebt sich die Logik von Raum und Zeit auf und schafft einen eigenen Erzählkosmos. Ein Bekenntnis zum 'magischen Realismus' eines Gabriel García Márques oder Angel Miguel Asturias. Sehenswert!"(Film-Dienst 1/1998) | |
| Montag, 3.8.1998, 21.30 Uhr
LIVE FLESH Spanien 1998 - von Pedro Almodóvar - mit Liberto Rabal, Javier Bardem, Francesca Neri, Angela Molina, José Sancho - 100 min - deutsch untertitelte Originalfassung - Ein schrilles Melodram in grellen Bonbonfarben von Spaniens Kultfilmer Nr. 1 Pedro Almodóvar, das auf einem Kriminalroman von Ruth Rendell basiert und in überraschenden Wendungen geschickt zwischen Pathos und Ironie pendelt. Erzählt wird die Geschichte von zwei Polizisten, der Ehefrau des einen, einer Diplomatentochter und einem jungen Ganoven, der davon träumt, der beste Liebhaber aller Zeiten zu werden. "CARNE TREMULA - Bebendes Fleisch, so der Originaltitel dieses Melodrams des Fleisches. Mit ihren Körpern werfen sich alle Protagonisten in die pathtische Schlacht um Ehebruch, Herzblut, Wollust, Hahnenkampf, Begehren und Eifersucht, spielen lustvoll, stolz, machomäßig, unschuldig ihre Sinnlichkeit aus. Überhöht und profan, aus diesen beiden Extremen zieht Almodóvars Kino seine pralle Präsenz: Sehenswert!"(TIP 11/1998) | |
| Dienstag, 4.8.1998, 21.30 Uhr
Eine Präsentation in Zusammenarbeit mit dem Bonner Stadtmagazin "Schnüss": DECKNAME DENNIS Deutschland 1997 - von Thomas Frickel und Matthias Beltz - mit Dennis Mascarenas, Christian Doermer - 101 min - Ein fiktiver Reporter eines fiktiven amerikanischen Fernsehsenders reist kreuz und quer durchs reale Deutschland, um für den amerikanischen Geheimdienst zu erkunden, ob das deutsche Volk in der Lage ist, in einem vereinten Europa Führungspositionen einzunehmen. Die (dokumentarischen) Ergebnisse dieser Recherche sind unglaublich, dem Zuschauer bleibt das Lachen im Halse stecken. "Regisseur Thomas Frickel, Ko-Autor Matthias Beltz und ihr Protagonist Dennis erweisen sich als wahre Pioniere, deren Entdeckerfreude kaum zu bremsen ist. Ihre ethnologische Reise durchs eigene Land ist eine aufschlußreiche Materialsammlung des völkischen Treibens, eine furchtbar komische Realsatire und eine wahrhaft schauerliche Freakshow: Sehenswert!"(TIP 13/1997) Regisseur Thomas Frickel ist zur Diskussion anwesend! | |
| Mittwoch, 5.8.1998, 21.30 Uhr
LOST HIGHWAY USA 1996 - von David Lynch - mit Bill Pullman, Patricia Arquette, Balhazar Getty, Robert Blake - 135 min - deutsch untertitelte Originalfassung - David Lynchs neues Meisterwerk, bei der Umfrage unter den Lesern des Bonner Stadtmagazins "Schnüss" nach den besten Filmen des Jahres 1997 mit weitem Abstand auf Platz 1 gewählt, erzählt in suggestiven Cinemascope-Bildern die mysteriöse Geschichte eines Mannes, der wegen Mordes an seiner Frau verurteilt wird und hinter Gittern in die Haut eines anderen schlüpft. "Von diesem Film wird man aufgesogen, man verschwindet in einem Raum, einem Bereich, einem Trip, ohne zu wissen, wie man hineingekommen ist oder ob man je wieder hinauskommt. Ein Hauptdarsteller, der sich plötzlich verwandelt, ein Mord, ein mysteriöser Zwerg, eine Doppelgängerin, ein Film, der plötzlich die Ästhetik wechselt. Völlig durchgedreht und doch von einer zwingenden Logik. Herausragend."(TIP 8/1997) | |
| Donnerstag, 6.8.1998, 21.30 Uhr
MEIN GEHEIMER GARTEN Japan 1997 - von Shinobu Yaguchi - mit Naomi Nishida, Go Riju - 83 min - deutsch untertitelte Originalfassung - Einer der schönsten und unterhaltsamsten neuen japanischen Filme. Mit perfektem Gespür für Pointen und Timing wird die aberwitzige Geschichte des jungen Mädchens Sakiko erzählt, das von klein auf sein ganzes Streben nur einer Sache widmet: Der Suche nach Geld. "Mit Slapstick, schräger Story und groteskem Humor begegnet Regisseur Shinobu Yoguchi der Geldsuche seiner jungen Protagonistin, läßt Sakiko zum materialistischen Indiana Jones mutieren. Auf der Suche nach einem verlorenen Beutekoffer mit 500 Millionen Yen besteigt sie Berge, durchquert gefährliche Gewässer und wird anschließend auf der Ambulanz wieder zusammengeflickt. Irgendwann weiß man nicht, worüber man mehr lachen soll: Über die Hinterhältigkeit der Heldin oder über die aberwitzigen Unfälle, mit denen sie dafür bestraft wird."(TIP 5/1997) | |
| Freitag, 7.8.1998, 21.30 Uhr
BLUE NOTE - A STORY OF MODERN JAZZ Deutschland/USA 1997 - von Julian Benedikt - mit Bud Powell, Dexter Gordon, Thelonius Monk, Horace Silver, Art Blakey, Cassandra Wilson, Ron Carter, Herbie Hancock, Carlos Santana, Bertrand Tavernier - 92 min - deutsch untertitelte Originalfassung - Ein spannender Film über das legendäre, 1939 in New York gegründete Jazz-Label "Blue Note", das maßgeblich zur Etablierung des Jazz in der Hochkultur beigetragen hat die Musik nicht zuletzt in Europa bekannt gemacht hat. "Eine atemberaubende Synthese aus alten Konzertmitschnitten, Archivmaterial und Interviews. Kurze, prägnante Statements, schnelle Schnitte, assoziative Bildfolgen und Tonüberblendungen - diese Hommage geht in Kopf und Bauch."(Cinema 4/1998) Im Vorprogramm sind zwei Klassiker des Jazz-Films zu sehen: Lester Young in Gijon Milis JAMMIN' THE BLUES (USA 1947, 10 min) und Roger Tiltons Dokumentarfilm JAZZ DANCE (USA 1954, 20 min), der ein Tanzlokal in New York porträtiert. | |
| Samstag, 8.8.1998, 21.30 Uhr
NACHT DER KOMIKER 11 Kurzfilme aus den Jahren 1930 bis 1990, die unterschiedlichste Formen filmischer Komik vorstellen: Laurel & Hardy sind als liebevolle Väter zu sehen, die ihre Kinder zu Bett bringen müssen, Charley Chase muß sich als scheuer Lehrer in einem Pensionat mit Mädchen und Katzen herumschlagen, Karl Valentin bringt als Musiker in einem Orchester den von Liesl Karlstadt gespielten Dirigenten durcheinander, Jacques Tati lernt in einer Schule für Briefträger das korrekte Fahrradfahren, Woody Allen wartet als Sperma auf seinen großen Auftritt, Gene Wilder verliebt sich in ein Schaf, von den Mitgliedern der Monty Pythons werden wir über das Wunder der Geburt aufgeklärt, und Roberto Benignini philosophiert beim Kaffeetrinken und Zigarettenrauchen. Den Abschluß bildet dann die mehrfach preisgekrönte deutsche Komödie VON ZEIT ZU ZEIT, in der Leonard Lansink einen Kölner spielt, der ein großes Problem hat, über das sich alle lustig machen: Er heißt Helmut Kohl. Länge des gesamten Programms: knapp drei Stunden. | |
| Sonntag, 9.8.1998, 21.30 Uhr
WAG THE DOG USA 1997 - von Barry Levinson und David Mamet - mit Robert De Niro, Dustin Hoffman, Anne Heche, Woody Harrelson - 100 min - deutsch untertitelte Originalfassung - Eine bitterböse Satire auf die amerikanische Politik und die Auswüchse der modernen Medienwirlichkeit mit Glanzrollen für Dustin Hoffman und Robert De Niro. Der amerikanische Präsident ist durch eine Sex-Affäre im weißen Haus in Bedrängnis geraten, was kurz vor den Wahlen sein Aus bedeuten kann. Sein Berater engagiert einen Hollywood-Produzenten, um die Öffentlichkeit von dem Skandal abzulenken: Man inszeniert einen Krieg mit Albanien. "Eine sehr vergnügliche schwarze Komödie, die sich mit der Macht der Medien und der Manipulierbarkeit der Öffentlichkeit auseinandersetzt, deren fiktionaler Gehalt von der Wirklichkeit eingeholt wurde. Es ist müßig darüber zu spekulieren, ob der Film oder die Clinton-Affäre zuerst da war. Der Film besticht durch die exzellenten Darsteller, die furiose Inszenierung, die elegante Kameraführung und eine Überfülle an Gags und Einfällen: Sehenswert!"(Film-Dienst 6/1998) |
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