Internationale Filmmusikbiennale

 


  Wettbewerbs-Programm
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Internationaler Preis für Film- und Medienmusik

Wettbewerbsprogramm

Montag 24. Juni 2002

15:30 Uhr IN THE MOOD FOR LOVE
18:00 Uhr ONE NIGHT THE MOON
20:00 Uhr LAVOURA ARCAICA (TO THE LEFT OF THE FATHER)

15:30 Uhr


IN THE MOOD FOR LOVE
Hong Kong / Frankreich 2000, 94 Min.
Regie: Wong Kar-Wei
Musik: Mike Galasso, Umebayashi Shigeru
Darsteller: Maggie Cheung, Tony Leung

Die sehr spezielle Auswahl traditioneller, chinesischer Opernlieder (Originalaufnahmen von 1905-1912), Titelsongs aus Filmen der 50er Jahre und drei von Nat King Coles Cover-Versionen lateinamerikanischer Klassiker bilden den Hintergrund für das verwirrende Spiel zweier "Betrogener", das ebenso zwischen Imagination und Wahrheit schwebt wie zwischen Erotik, Liebe und Verzweiflung. Eine melancholisch-poetische Liebesgeschichte aus dem Hongkong der 60er Jahre. Das musikalische Hauptthema, ein Walzer von Umebayashi Shigeru, der auch in der Montage der Bilder den Rhythmus vorgibt, wird in dem Epilog des Films, vier Jahre nach der eigentlichen Liebesgeschichte, in einem ganz anderen inhaltlichen wie musikalischen Kontext von dem Komponisten Michael Galasso aufgegriffen und verarbeitet.

(Wagner)



18:00 Uhr



ONE NIGHT THE MOON
Australien 2002, 60 Min.
Regie: Rachel Perkins
Musik: Mairea Hannan, Paul Kelly, Kev Carmody
Darsteller:

Im Outback - irgendwo im australischen Hinterland in den frühen dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts spielt der Film der australischen Aborigine Rachel Perkins.
Ein weißes Mädchen verirrt sich in einer Mondnacht in der unwirtlichen Gegend des Outback in die es erst vor kurzem mit seinen Eltern gezogen war. Die Eltern können das Kind nicht finden und der Vater weigert sich in dem zusammengestellten Suchtrupp den Aborigine Albert dabei zu haben - kein Schwarzer soll sein Land betreten. Albert muss hilflos zusehen, wie alle Spuren zertreten werden und das Mädchen nicht gefunden wird, bis die Mutter schließlich selbst Verantwortung übernimmt und zu Albert geht.
Der Musik kommt in diesem Film eine tragende Rolle zu, denn die Komponistin Mairead Hannan sollte mit Ihrer Musik in den schriftstellerischen Prozess und die Regisseurin Rachel Perkins in den musikalischen Prozess der Produktion einbezogen werden, so Produzent Kevin Lucas.

(Traub)



20:00 Uhr


LAVOURA ARCAICA (TO THE LEFT OF THE FATHER)
Brasilien 2001, 170 Min.
Regie, Schnitt: Luiz Fernando Carvalho
Musik: Marco Antonio Guimarâes
Darsteller: Selton Mello, Raul Cortez, Juliana Carneiro da Cunha, Simone Spoladore, Leonardo Medeiros, Caio Blat u.a.

Zur Linken des Vaters sitzen an dem rustikalen Familientisch all jene, die der Patriarch noch nicht nach seinem archaischen Bild geformt hat, vor allem André, der sich nicht unterordnen will, der vor den dumpfen Ritualen flieht, aber auch in der Fremde nicht wirklich zu sich selbst kommt. Luiz Fernando Carvalho beschreibt in diesem ungewöhnlichen Film seine Heimkehr und in Rückblenden die Geschichte seiner Passion, die aus Verzweiflung entstehenden Ausbrüche von Gewalt in dieser gewaltsam aufrecht erhaltenen Familienidylle. Sounddesign und musikalische Komposition zählen zum Raffiniertesten, was der brasilianische Film gegenwärtig zu bieten hat.

(Schumann)



 

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